Begleitung bei der psychischen Bewältigung chronischer Wunden

Chronische Wunden können den Betroffenen nicht nur körperlich, sondern auch psychisch stark belasten. Pflegefachpersonen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Betroffenen bei der psychischen Bewältigung dieser Belastungen zu unterstützen. Eine ganzheitliche Versorgung, die sowohl die physischen als auch die psychischen Aspekte berücksichtigt, ist entscheidend für eine erfolgreiche Heilung. Dieser Artikel stellt wissenschaftlich basierende Ansätze und Tipps vor, wie Pflegefachpersonen ihre Betroffenen in dieser schwierigen Phase begleiten können. Die Inhalte dieses Artikels basieren zusammenfassend auf Quellen (s. Literaturangaben) verschiedener Autoren und meiner langjährigen Erfahrung als Wundexpertin.

Psychische Auswirkungen chronischer Wunden

Die Behandlung von chronischen Wunden ist oft langwierig und kann über Monate oder sogar Jahre andauern. In dieser Zeit sind die Betroffenen nicht nur körperlichen Beschwerden, wie Schmerzen, Juckreiz oder Bewegungseinschränkungen ausgesetzt, sondern eben auch zusätzlich psychischen Belastungen. Studien belegen, dass diese Personen oft unter Symptomen wie Angst, Depressionen und einem verminderten Selbstwertgefühl leiden. Diese psychischen Belastungen können den Heilungsprozess negativ beeinflussen, da sie die Fähigkeit des Körpers zur Selbstheilung beeinträchtigen können.

Chronische Schmerzen können zu Schlafstörungen und dauerhafter Erschöpfung führen. Eine lange Behandlungsdauer einer chronischen Wunde ist eine weitere Belastung, da sie Frustration und Hoffnungslosigkeit verstärken kann. Ein häufig empfundenes Machtlosigkeitsgefühl bei Patienten kann zu einer negativen Einschätzung der eigenen Heilungschancen führen.

Ein weiterer zentraler Faktor ist die visuelle Belastung, insbesondere bei offenen oder nässenden Wunden. Das äußere Erscheinungsbild der Wunde kann das Selbstwertgefühl der Betroffenen stark beeinträchtigen. Häufig entstehen Schamgefühle oder die Angst vor sozialer Ausgrenzung. Diese psychischen Belastungen münden nicht selten in sozialem Rückzug, wodurch sich die seelische Beanspruchung weiter verstärkt.

Die Rolle der Pflegefachpersonen in der psychischen Unterstützung

Pflegekräfte sind oft die ersten, die mit dem Betroffenen in Kontakt treten, und spielen daher eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der psychischen Gesundheit. Ihre Aufgabe geht weit über die Wundversorgung hinaus. Eine empathische und fachlich kompetente Begleitung kann den psychischen Druck auf Betroffene deutlich verringern und sogar den Heilungsprozess positiv beeinflussen. Dazu zählen verschiedene Aspekte:

1.Einfühlsame und aktive Kommunikation

Eine offene und empathische Kommunikation ist der erste Schritt, um das Vertrauen der Betroffenen zu gewinnen. Pflegefachpersonen sollten aktiv zuhören und den Betroffenen Zeit geben, über ihre Ängste, Sorgen und Frustrationen zu sprechen. Ein offenes Ohr für die emotionalen Herausforderungen der Betroffenen zu haben, ist ebenso wichtig wie die fachliche Unterstützung bei der Wundversorgung. Eine respektvolle Kommunikation kann den Betroffenen das Gefühl geben nicht allein zu sein, und somit ihre Bereitschaft an der Heilung mitzuwirken zu stärken.

2. Förderung des Selbstmanagement

Ein weiterer zentraler Faktor ist die visuelle Belastung, insbesondere bei offenen oder nässenden Wunden. Das äußere Erscheinungsbild der Wunde kann das Selbstwertgefühl der Betroffenen stark beeinträchtigen. Häufig entstehen Schamgefühle oder die Angst vor sozialer Ausgrenzung. Diese psychischen Belastungen münden nicht selten in sozialem Rückzug, wodurch sich die seelische Beanspruchung weiter verstärkt. Eine aktive Teilnahme an der Wundversorgung kann dazu beitragen, dass Betroffene sich nicht hilflos fühlen. Pflegefachpersonen sollten dabei sicherstellen, dass die Betroffenen nicht überfordert werden und sich sicher und unterstützt fühlen.

3. Frühe Erkennung von psychischen Belastungen

Wichtig ist, dass Pflegefachpersonen die Anzeichen von psychischen Belastungen wie Depressionen und Angstzuständen frühzeitig erkennen. Veränderungen im Verhalten der Betroffenen, wie zunehmende Rückzugstendenzen oder stärkere Ängste in Bezug auf die Wunde, können Hinweise auf psychische Probleme sein.

4. Schmerzmanagement und psychische Entlastung

Schmerzen können die psychische Belastung der Patienten erheblich verstärken. Daher ist eine regelmäßige Befragung zu Schmerzen unerlässlich. Der behandelnde Arzt sollte umgehend über die Ergebnisse der Schmerzabfragung informiert werden, um die Schmerzbehandlung zeitnah anpassen zu können. Eine adäquate Schmerzbehandlung ist entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zusätzlich zur medikamentösen Schmerzbehandlung können Entspannungsübungen helfen, die psychische Belastung zu mindern.

5. Förderung sozialer Unterstützung

Soziale Isolation ist ein häufiges Problem bei Patienten mit chronischen Wunden. Pflegefachpersonen können die Betroffenen ermutigen, mit Familie und Freunden zu sprechen. Auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen oder sozialen Aktivitäten kann den Personen helfen, sich weniger allein zu fühlen. In der Praxis bedeutet dies, den Betroffenen zu informieren, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Hierdurch können Ängste und Frustration besser verarbeitet werden.

Fazit

Wenn sowohl die seelischen als auch die körperlichen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt werden, verbessert sich ihre Lebensqualität und Wunden heilen schneller.

Quellen:

Expertenstandard Pflege von Menschen mit Chronischen Wunden 2. Aktualisierung 2025

Schröder, G., Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, 2. Auflage (2010)

 Protz K., Wund Management 06/2012